LERNEN UNTERWEGS

Bereits zum 18. Mal findet am 29. Oktober 2016 in Zürich die jährlich wiederkehrende Tagung "Unterricht mit neuen Medien" statt. Anlass genug, hier grad an erster Stelle darauf einzugehen, bilden die neuen Medien doch das Fundament zum Lernen unterwegs! Ich habe mich für die Session 4 und den Workshop "Gimme a Beat" angemeldet.

Session 4:
Record, Talk, Play:
Film- und Theaterarbeit als digi-loger, Zugang zum (Fremd-) Sprachenlernen

Ich weiss nicht, was mich in dieser Session erwartet. Record bedeutet entsprechend dem Untertitel audio-visuelle Aufnahme, Talk sprechen und Play spielen (das Theaterstück und/oder die Aufnahme?). Da kommt mir spontan eine Filmproduktion als Abschlussarbeit von 4 Schülerinnen vor 4 Jahren in den Sinn, welche ich begleitet habe:

Arnisa, Donatella, Mekisha und Tatjana haben mit 3 Smartphones gefilmt und mit einem den Ton aufgenommen. Heute (2016), also 4 Jahre später, würden sie dies wohl mit iMovie, Adobe Clip oder ReelDirector machen:


Eben habe ich diesen Film mit Untertiteln entdeckt:


Zwischen 2009 und 2015 war ich 2x eine volle Stunde/Tag und 3 Tage die Woche unterwegs, das heisst im Zug nach und von der Schule. Zusammen mit dem Umstand, dass ich jede Woche 14 verschiedene Klassen unterrichtete, war es nur eine logische Konsequenz, dass ich eben im Zug vor- und nachbereitete. Nach Buch, Papier und Bleistift (vor 1990) und Laptop (vom "Klo-Deckel" bis zum MacBook Pro) habe ich ab 2010 nur noch mit dem Smartphone gearbeitet. Irgendwann einmal habe ich erfahren, dass mein "Lernen (& Lehren) unterwegs" andernorts auch "flipped classroom" genannt wird.

Kontaktiere mich, falls du mehr erfahren willst. Die Darstellung der Informationen in dieser Webseite wird durch den Effekt Accordion aus der Bibliothek jQuery bestimmt. Öffne den Quelltext dieser Seite. Ganz unten findest du den einfachen Script. Und oben im head siehst du den Link zu den beiden Stylesheets fürs Smartphone resp. alle grösseren Bildschirme.
Lernen unterwegs bedeutet das orts- und zeitunabhängige, wenn immer möglich selbstorganisierte und kompetenz-orientierte Lernen. Oder einfach: wir bestimmen unsere Lernorte auch selbst. Nein, nein, das ist nichts Neues. Das gibts seit Menschengedenken und hoffentlich auch weiterhin. Dieses Lernen unterwegs findet vornehmlich während unserer ersten sechs Lebensjahre statt. Nachher lernen wir, nach Massgabe der Schule zu lernen. Ohne digitale Medien geht das Lernen unterwegs (auch weiterhin!) z. B. mit einem Buch, einem Notizblock, einem Bleistift und einem Radiergummi - mit den digitalen Medien vornehmlich mit dem einzigen Computer, den wir alle, wann und wo immer, bei uns haben.

Lernen unterwegs ist eine Handlungskompetenz. Wenn zum Beispiel eine bildungsnahe Institution zu einer Weiterbildung einlädt, sollen sich die TeilnehmerInnen im Vorfeld mit dem Thema praktisch beschäftigen können. Will heissen: wenn das Thema z.B. LehrerOffice heisst, sollen die TeilnehmerInnen im Vorfeld die betr. App installieren, die Demodaten importieren und damit "spielen" - damit sie während der Weiterbildung mitreden, oder eben mithandeln können.
Lernen unterwegs setzt auch die Fähigkeit voraus, dass das Smartphone auch als Computer, d.h. als digitales Mittel zur Produktion digitaler Informationen wahrgenommen werden kann. Denke ich nun an das Gros der VolksschullehrerInnen, zweifle ich, ob es in der Volksschule überhaupt eine Zielgruppe gibt. Denke ich an vereinzelte LehrerInnen (es sind wirklich nur wenige) und an meine vielen, vielen SchülerInnen, beginnt die Zielgruppe ab dem 7. Schuljahr.
Die wesentlichen Bremsklötze sind die nicht-ausgebildeten LehrerInnen und die besorgten Eltern, die das Handy nicht auch noch ausserhalb der Schule gefördert wissen wollen. Gegen die Bedenken der Eltern habe ich nichts einzuwenden - gegen den Aberwillen, die LehrerInnen entsprechend auszubilden, hingegen schon.
Die Fachdidaktik-DozentInnen an den PHs müssten längst gezwungen und damit entsprechend ausgebildet sein, mit ihren Studierenden über die gesamte Dauer der Ausbildung ein fächerübergreifendes Multi User Blog System und eine eigene Website zu unterhalten.
DEN idealen Lernort gibt es nicht! Respektive: er ist überall, irgendwo, unterwegs.

8. August 2016
Blogstöckchen: Lehr-/Lernraumbilder
Von Gregory Turkawka wurde ich über ein Blockstöckchen zu einem Beitrag über Lehr-/Lernraumbilder nominiert. Es geht darum, dass Timo van Treeck, Yvonne-Beatrice Böhler und Christian Kohls zur Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Hochschuldidaktik am 22.9.2016 in Bochum möglichst viele, gute Beispiele von Lehr-/Lernräumen zeigen wollen (→ Mehr Raum für kompetenzorientiertes Lernen).

Lernen unterwegs bedeutet orts- und zeitunabhängiges Lernen. Das heisst, ich bestimme meine Lernorte (wieder ) selbst. Diese Lernorte können, müssen sich aber nicht mehr ausschliesslich in der Schule befinden.
Lernen unterwegs bedingt ein persönliches Smartphone für jeden Schüler, ein Multi User Weblog System und am Ort des Zusammentreffens einen möglichst grossen, externen Bildschirm, AppleTV, iTunes mit AirPlay (auch Android).

Und jetzt erledigst du diese Hausaufgaben - wobei du weisst, dass "Haus" immer und überall sein kann!



Medien & Informatik in der Oberstufe der Volksschule (7.-9. Klasse) bedeutet, sich mit dem Computer und dem Internet auseinanderzusetzen. Medien sind Kommunikationsmittel und Informatik bedeutet die systematische Verarbeitung von Informationen mit Hilfe von Computer.
Medienbildung bedeutet Medien bilden. Lassen wir unsere SchülerInnen Medien bilden, auf dass sie Lernen, gute von weniger guten Medien zu unterscheiden.
Script- und Programmiersprachen folgen dem Prinzip der Eindeutigkeit, der Durchführbarkeit und der Endlichkeit. Sie lassen darum keine Fehler zu, weil sie nicht zwischen richtig und falsch unterscheiden können. Sie eignen sich deshalb hervorragend für die Schule.
Ich fordere seit Jahren für jede Klasse ab dem 7. Schuljahr bis und mit den Fachdidaktikklassen einer PH ein Multi User Blog System. Nicht nur die SchülerInnen sollen in erster Linie dazu angehalten, wenn nicht gar gezwungen werden, sondern zuerst einmal die Fachdidaktik-DozentInnen und damit die Studierenden der PHs! Man lasse sich vom "gezwungen" nicht ablenken! Die SchülerInnen produzieren und teilen in ihrem eigenen Subblog Informationen aller Art, vom Text bis zur Aufnahme und vom Bild bis zum Video Tutorial.
Keine Sprache geht derart konsequent um mit Tipp-, Rechtschreib-, Syntax- und anderen Fehlern wie die Computersprachen. Ein falsches, vergessenes oder zuviel hinzugefügtes Zeichen genügt, und der Browser oder der Server kann die Webseite nicht interpretieren, das Programm nicht ablaufen usw.
Informatik ist nicht mehr (angelehnt an Beat Doebeli's "Mehr als 0 und 1"), sondern genau 0 oder 1 - entweder, es passiert etwas (eindeutiges, endliches) oder es passiert nichts - immer mit eindeutigen und endlichen Folgerungen. Seit Jahren fordere ich das Schreiben einer eigenen Website mit HTML, CSS und PHP. Lassen wir unsere SchülerInnen endlich eine eigene Website schreiben!

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